1) Kurzlebenslauf, Bildungsweg und Berufserfahrung
2) Hinweis auf Formulierungs- und Stilproben Deutsch im Internet
3) Formulierungs- und Stilprobe Deutsch: Resümee Dissertation
4) Hinweis auf eine Probe freier Übersetzungstätigkeit aus dem Portugiesischen im Internet
1)Kurzlebenslauf, Bildungsweg und Berufserfahrung
Kurt Millner, Mag. phil., Dr. phil.
Geboren in Graz, Steiermark (1954), verheiratet, ein Kind; nach Lehramtsstudium der Romanistik (Französisch, Spanisch, Portugiesisch) und Germanistik Sponsion zum Mag. phil. (Salzburg 1982, Teilprüfung aus Übersetzung Französisch bei Mario Wandruszka mit Note ´Sehr gut´ ) und Promotion zum Dr. phil. (Salzburg 1996 bei Walter Weiss); freiberuflicher Übersetzer von Teilen eines populärwissenschaftlichen historischen Sachbuches aus dem Französischen für den Salzburger Andreas-Verlag (1983); Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erwachsenenbildung im Ring Österreichischer Bildungswerke in Salzburg (1988-93) mit den Arbeitsschwerpunkten Redaktion von Seminar-Dokumentationen und Auswertung französischer und englischer Fachzeitschriften für das computergestützte Dokumentationssystem DOKEB (Dokumentation Erwachsenenbildung); Universitätslektor für Deutsch in Frankreich (1979-80), Portugal (1984-88), Japan (1993-99) sowie Assistenzprofessor für Germanistik an der Universität Madeira, Funchal, Portugal (seit 1999) - immer mit Schwergewicht auf Sprachvermittlung unter Einschluss der Übersetzung.
2) Formulierungs- und Stilproben im Internet
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=4688&ausgabe=200202
(Historiker und Menschenerzähler. (Rezension von) Michael Schneiders Romanbiographie über den Franziskaner und Jakobiner Eulogius Schneider)
http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Weiss
(Eintrag zum Germanisten Walter Weiss)
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_V._Zima
(Eintrag zum Soziosemiotiker Peter V. Zima)
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Gerhard_Amanshauser
(MEHR LICHT. Etwas Licht (besonders) aus Klagenfurt (nicht nur) auf die platteren Formen des wikipedia-Stammtisches. Polemische Glosse betr. den Diskussionsstil in der freien Enzyklopädie Wikipedia)
Angaben zu weiteren Veröffentlichungen, Vortragstätigkeit etc. jederzeit auf Anfrage.
3) Formulierungs- und Stilprobe Resümee der Dissertation "Im Schatten Musils und Canettis. Zur Poetik und Reflexionsprosa Gerhard Amanshausers" (überarbeitete Fassung von "Gerhard Amanshauser: Reflexionsprosa und Poetik", Diss. Univ. Salzburg 1996)
Der Mensch läßt sich aus dem Menschen und seiner Vernunft allein nicht begreifen. Ohne interpretative Relationierung mit den sie bedingenden und übersteigenden ´unvernünftigen´ Prozessen und Energien in Natur und Kosmos (wie sie Religionen und Mythologien leisten) können menschliche Gesellschaften nicht ´gelingen´. Da diese Prozesse und Energien, vom Wechsel zwischen Tag und Nacht bis zur Erotik, rhythmischen Charakter haben, sollte auch die Relationierung mit ihnen rhythmisch verfahren: Das kleine Menschliche muß einen spezifischen “Tanz vor dem Unbekannten” ausbilden, wenn es überdauern will.
Damit ist ein Axiom umschrieben, das in der Literatur Gerhard Amanshausers unter verschiedenen Gesichtspunkten begegnet:
-auf der Ebene von Theorie und Thematik: als philosophisch-anthropologische Grundannahme in Essays, Aufzeichnungen, Tagebüchern, Reiseberichten; als Konzept und Motiv in Gedichten und erzählender Prosa; als expliziter Maßstab in Kunstkritiken; als spätere Rationalisierung eines frühen quasimystischen Schlüsselerlebnisses in autobiographischen Texten
-praktisch-ästhetisch: in einer durchgehenden (rhythmisch-tänzerischen) Formbewußtheit im Stilistischen; in einer Neigung zu Genera wie Satire, Märchen, Parabel und Reimlyrik, die traditionell stilisierend kunstbetont verfahren; in einer Neigung zu Genera wie Essay und Aphorismus, die, nur graduell verschieden, traditionell Formgebärden für den bereitstellen, der bescheiden (klein) bleiben, aber dabei doch das Ganze (große Unbekannte) nicht aus den Augen verlieren will.
Unter diesen Voraussetzungen komme ich im 1. Kapitel meiner Arbeit zum Schluß: Die Amanshausersche Formel vom “Tanz vor dem Unbekannten” enthält als anthropologischer Basissatz zugleich die (eine) Amanshausersche Poetik in nuce.
Amanshauser ist erzählender und essayistischer Prosaist. Erzählprosa und Essayprosa konvergieren bei ihm jedoch nicht nur in der oben angedeuteten übergreifenden Poetik, sondern auch in spezifischen Formmerkmalen: Amanshauser pflegt einen wenig handlungsverwickelten, reflexionsgeprägten Erzählstil und bevorzugt als Erzähler wie als Essayist mosaikartige (nicht unilineare) Bauformen. Unter diesen Gesichtspunkten charakterisiere ich in den Kapiteln 2 und 3 den Erzähler und den Essayisten Amanshauser in “Aus dem Leben der Quaden. Eine Satire” (1968) und “Satz und Gegensatz. Essays” (1972) als Reflexionsprosaisten. In Ausblicken über diese exemplarisch behandelten Werke hinaus ergibt sich: In “Schloß mit späten Gästen. Satirischer Roman (1975) schwächt Amanshauser die Reflexionsprägung etwas ab. In “Grenzen.Aufzeichnungen” (1977) trägt er Reflexion ins autobigraphische Genre. In beiden Werken bleibt ein essayistisches Bauprinzip bestimmend.
Anthropologien und Poetiken, die, nach einer glücklichen Formulierung von D. Barnouw, auf einem (besseren) Zusammenspiel der rationalen und irrationalen Energien bestehen und sich dabei in verschiedenen Mischungen und Gewichtungen des Erzählens u n d Reflektierens bedienen, kennt man nicht erst seit Musil und Canetti, und sie werden auch nicht nur bei diesen von vielen als unausgeschöpft aktuell empfunden. Gerade darum spricht einiges dafür, daß es sich die germanistische Literaturwissenschaft nicht mehr lange wird leisten können, Amanshauser kaum wahrzunehmen, der grundsätzlich, ästhetisch und ideologisch ´mit´, im Detail aber auch ´gegen´ Musil und Canetti schreibt. Darum geht es in meinem Vergleich “Musil, Canetti und Amanshauser” im 4. Kapitel. Hier nur einige partielle Differenzen: Amanshauser steht, von der teilweise musilesken Satire “Aus dem Leben der Quaden” abgesehen, im Erzählen dem Modell Kafka und der alten satirischen Tradition nichterzählerischer Prosafiktionen theoretisch und praktisch näher als dem modernen Versuch, den Zeit- und Gesellschaftsroman durch Reflexionsprägung zu erneuern. Amanshauser ist, zumindest im veröffentlichten Teil seines Werkes, weniger Aphoristiker als Canetti, aber mehr als dieser aphoristischer Essayist. Amanshauser ist mehr Wissenschaftsskeptiker und ´Ökologe´ als Musil. Amanshauser ist weniger Machtkritiker als Canetti, verfährt aber sowohl in diesem bei ihm eher marginalen Bereich wie in seinem wichtigeren Bezug auf das alte China historisch präziser und kühler als der emphatische Phänomenologe der Macht und Chinaschwärmer Canetti.
Daß Amanshauser sich, je später, desto offensichtlicher (zumindest bis Anfang der 90er Jahre), auf Traditionen des alten China (und Japan) bezieht, ist kein Zufall. Denn sein Asien-Modell fällt nach der Art des Goldenen Schnittes mit seiner Anthropologie und Poetik zusammen: Konfuzianische Riten spiegeln das Kosmische im Sozialen. Taoistische Kaiser spielen das Wasserfließen gegen europäische Dogmen aus. In der klassischen chinesischen Malerei hat der Mensch, anders als in großen Traditionen der europäischen bildenden Kunst, das Maß, das ihm nach Amanshauser zukommt: klein vor dem Unbekannten. Darum behandelt mein letztes Kapitel den Asienbezug bei Amanshauser, ausgehend von “Das Terrassenbuch II” (1993)“, “statt einer Zuammenfassung”.
4) Probe Übersetzung aus dem Portugiesischen
http://www.uma.pt/blogs/dce/wp-content/uploads/2007/12/sinopsesalemao.pdf
(dte. Synopsen von erziehungswiss. Lehrveranstaltungen an der Univ. Madeira; port. Orig.:
http://www.uma.pt/blogs/dce/wp-content/uploads/2007/10/sinopses-ce-port.pdf)